Dankbarkeit

Ein Versuch, hinwegzusehen über des Alltags Plagen und Schmerzen.

Ein Streben, nach aufrichtigem Empfinden, ohne Eitelkeit.

Ein Wunsch, aus dem innersten, aus tiefstem Herzen,

zu leben können, die dem Leben gebührende Dankbarkeit.

                                                                                              Marlene Novak

Meine letzten Worte könnten sein

Ich wende mich der Sonne zu und lasse alle Schatten hinter mir.

Mein Herzschlag wird langsam, mein Atem schwach – es ist an der Zeit.

Auch wenn es mir schwer fällt, bewege ich mich weg von dir,

denn nun möchte ich los; ich bin fürs Heimkehren bereit.

Ich habe geliebt; das Leben, die Menschen, die Tiere, die Erde;

Ich habe geweint: um euch, um mich; habe gelacht, bekommen und gegeben.

Auch wenn ich nicht mehr zurückkehren werde,

werde ich es nie vergessen wollen, mein besonderes Leben.

Früher hörte ich oft: „Es war wie es war und es ist wie es ist“,

wie sehr habe ich es gewollt; wie sehr habe ich versucht; es zu verstehen.

Jetzt begreife ich, dass das die einzige Wahrheit ist,

und dass nun meine Zeit gekommen ist, um nach Haus‘ zu gehen.

Nun meine lieben, ich bin schon fast da, in meiner neuen Heimat – im hellen Licht.

In Gedanken immer noch bei euch, spreche ich nun ein Gebet:

Ich bitte euch, nützt eure Zeit und trauert nicht um mich.

Denn ich –  ICH – habe schon gelebt.

Noch nie zuvor, war ich so ruhig und hab‘ so empfunden.

Alles fügt sich, Grenze und Maß existieren nicht mehr.

Ich bin so weit weg und doch fühl‘ ich mich euch so verbunden,

weil ich nun endlich bin angekommen, wo ich hingehör‘.

                                                                                          Marlene Novak

Neid

Liebes Individuum, bist du einmal von ihm befangen,

wird dein Herz berechnend; dein Blick scheel, von dem kaum einer gefeit.

Er ergreift Besitz von deiner Seele, die keine Freiheit wird erlangen,

ehe er sich  nicht von dir löst, dieser durchdringende Neid.

                                                                                          Marlene Novak

Ein Appell an mich selbst

Sein Haus, sein Hof, sein Pferd

Wie viel ist das Auto wert?

Ihre Ringe, ihre Schuhe, ihre Kleider

Das gehört mir alles nicht. Leider?

Meine Ängste, meine Sorgen, meine schlechten Tage,

Ist das alles, was ich vorzuweisen habe?

Nein, denn ich besinne mich auf meine Freundschaften, meine Liebe und auf meine Freude

des Gebens; auf diese kleinen und doch so großen Bereicherungen meines Lebens.

                                                                                           Marlene Novak