Friedensreise Assisi

Vielen herzlichen Dank für eine schöne und bereichernde Zeit.

Eine Reise des Friedens nach Assisi!

Höchster allmächtiger und guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehr. 

Lobet und preiset den Herrn in Dankbarkeit, und dienet ihm mit großer Demut…

 

Als tief beeindruckter Reiseteilnehmer darf ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, von unserer Pfarrverbandsreise einige Eindrücke, Erlebnisse und Beschaulichkeiten widergeben.

Die Reise begann in Bad Radkersburg. Während der Fahrt wurden wir durch Pfarrer Thomas Babski

auf das Leben des Hl. Franziskus von Assisi und seinen Wirkungsstätten in geistiger und geistlicher Hinsicht eingestimmt. Mit Gesang … Höchster allmächtiger und guter Herr… und Gebeten aus dem Rosenkranz: Mit Maria schauen wir auf Jesus Christus. So war ich in freudige Erwartung auf das Kommende.

In Comacchio eine Stadt in der Provinz Ferrara mit ca. 23.000 EW machten wir Mittagspause. 

Sie ist die wichtigste Stadt des Po-Deltas -an der Adria gelegen. Man kann sie auch über einen schiffbaren Wasserweg erreichen und war noch am Anfang des 19. Jh. eine reine Lagunenstadt wie Venedig. Schon vor viertausend Jahren lebten hier nachweislich die Etrusker. Das Wandern durch die Stadt war, bei strahlendem Sonnenschein, ein Erlebnis besondere Art. 

Die Kathedrale Di San Cassiano, eine Kirche im Zentrum, deren Ursprünge auf das Jahr 708 zurückgehen. Der Dom dem Hl. Cassiano geweiht, hat den offiziellen Status eines nationalen Monuments Italiens. Es wäre noch vieles zu betrachten gewesen, aber Herr Pfarrer sagte: “andiamo“ und weiter ging die Fahrt. 

Am späten Nachmittag kamen wir im neuen Teil von Assisi, der am Fuße des Berges von Assisi um die Basilika Santa Maria degli Angeli liegt, an. Die Basilika umschließt die kleine Portiunkula- (-kleiner Platz) Kapelle. Der Hl. Franziskus starb dort am 3. Oktober 1226.

Nach dem Abendessen besuchten wird die Basilika Santa Maria degli Angeli. Sie wurde zwischen 1569 und 1679 um die um die kleine Kapelle Portiunkula herum erbaut. Der Innenraum 

gliedert sich in drei geräumige Schiffe von harmonischer Schönheit in Dorischem Stil.

Als ich am Abend die Kirche aufsuchte, überfiel mich ein Zwiespalt. Über einen weitläufigen Platz betrat ich den riesigen Bau- und mittendrin diese kleine Kapelle Portiunkula. Ein eigenartiger Kontrast: die Basilika, irgendwie leer, aber laut; irgendwie einfach und schlicht gehalten und doch voller Aufwand. Bis das Herzstück, die „Seele“ dieser Kirche in meinen Blick gerät. Sobald ich die enge Kapelle betrat, blieben der Lärm und die Unruhe draußen. Eine andere Welt tat sich auf. Hier sind die Betenden versammelt. Es berührte mich eigenartig, als ich daran dachte, dass Franziskus hier selbst Hand angelegt haben soll. Die Nähe des Heiligen wurde hier für mich spürbar.

Sie ist die Keimzelle des Franziskanerordens. Der Ort eine „gesetzte Größe“. Ich besuchte sie immer am Abend, drei Tage lang, ein Ort für die „Ewigkeit“.

Am nächsten Tag (Dienstag) fuhren wir in die Stadt Assisi. Das Erdbeben in der Nacht zum 26. September 1997 in Umbrien (5,7 auf der Richterskala) ließ in Assisi zahlreiche Häuser einstürzen. Auch die Basilika San Francesco wurde schwer beschädigt. Es wurde alles mit riesigem Aufwand wiederhergestellt, hat ca. 29.000 Ew., liegt in der Region Umbrien und Provinz Perugia. Hier wurde der Hl. Franziskus 1182 geboren. Sie erstreckt sich auf den Hängen des Monte Subasio. Die Abendsonne taucht Assisi in ein natürliches Rot der Subasio-Steine, aus denen die Kirchen und Häuser erbaut wurden. Der Mystik, die von dieser Stadt ausgeht, konnte ich mich kaum entziehen.

Der Ort wurde von den Römern im Jahr 399 v. Chr. kolonisiert und terrassenförmig auf einem Felsrücken an der Westseite des Monte Subasio ausgebaut.

Mit den Basiliken San Francesco und Santa Chiara, den Grabstätten des Hl. Franziskus und der Hl. Klara, ist Assisi ein bedeutender Pilgerort des Christentums. Mit den Guides des Busfahrtunternehmens Hütter ausgestattet, konnten wir bei der Stadtführung unseres HW. Pfarrers seinen sehr detaillierten Ausführungen lauschen. Es war für mich ein Erlebnis der besonderen Art. Wir haben viele Sehenswürdigkeiten der Stadt an uns Revue passieren lassen, versehen mit dem Kommentar unseres HW. Pfarrers. Letztlich besuchten wir die Doppelkirche San Francesco, die in drei Ebenen am westlichen Ende der Stadt errichtet wurde. Wir besuchten zuerst die Basilika Santa Chiara. Sie ist im typischen rosa Stein erbaut. Stilistisch ist der Bau der italienischen Gotik zuzuordnen.

Im Inneren der Kirche werden heute noch Reliquien der Hl. Klara aufbewahrt. Sie hat an den Wänden herrliche Fresken aus dem 14. Jh. Das Kreuz stammt aus dem 13. Jh., von dem herab Franziskus aufgefordert wurde: „sein Haus wieder herzustellen“. Es sind viele Gläubige in der Kirche, sodass ein Beten in Stille nicht möglich ist. 1212 nahm Franziskus Klara von Assisi, eine junge Nonne adeliger Abstammung in seine Gemeinschaft auf. Durch sie wurde die Schwesterngemeinshaft der Klarissinnen gegründet. Dennoch durch die Betrachtungen der Fresken und Bilder, die Szenen aus dem Leben der Hl. Klara und biblische Szenen darstellen, erwecken in mir Gedanken zur Hl. Klara.

Anschließend besuchten wir die Oberkirche Basilika Superiore von San Francesco. Die Kirchenräume gehören zu den schönsten der italienischen Kunstgeschichte. Die Kirche ist ein farblich reich ausgestatteter, in moderaten Maßen, sich bescheidender Raum. Giotto di Bondone oder Pietro Cavallini sollen die Schöpfer des großen Freskenzyklus sein, die Szenen aus dem Leben des Hl. Franziskus darstellen. Als ich in der Mitte des Raumes stand, war die Beschaulichkeit trotz der vielen Besucher, überwältigend.

Die beiden Rosetten an der Fassade haben latente Beziehungen zwischen künstlerischer Form und Zahlensymbolik. Das Rosenfenster verweist auf Maria. Seine Sonnenform mit den Stegen und Strahlen verweist auf Christus. Die untere kleinere Rosette ist in 12 Felder geteilt, womit eine Beziehung zu den zwölf Aposteln hergestellt ist.

Wir gehen in die Unterkirche Basilika Inferiore. Den Grundstein legte Papst Gregor IX. am 17. Juli 1228, einen Tag nach der Heiligsprechung des Franziskus. Das Hauptschiff ist mit Fresken eines unbekannten Künstlers bemalt, den man Maestro di San Francesco nannte. Sie stellen Szenen aus der Passionsgeschichte Christi und Szenen aus dem Leben des Franziskus dar. Die niedrige Decke ist blau mit Sternen bemalt. Es sind auch mehrere Seitenkapellen vorhanden. Der päpstliche Altar in der Apsis wurde aus einem einzigen Felsblock gehauen. Die Wände der Apsis sind heute mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts ausgeschmückt. Die Decke zeigt den Triumph des Hl. Franziskus und die drei Ordenstugenden: den Gehorsam, die Armut und die Keuschheit. Der Raum erweckte in mir eine innere Unruhe, hervorgerufen durch die vielen Fresken und Malereien die das Leben Christi und des Hl. Franziskus in einer unglaublichen Lebendigkeit widergeben. Der späte Nachmittag war angebrochen und wir fuhren wieder zu unserem Hotel. Nach dem Abendessen fuhren wir wieder nach Assisi. Ein wunderschöner Anblick. Die Straßen und Plätze erfüllt vom Lachen, Tanzen und Musik der Menschen, die hier, so wie ich lustwandelten. Ein wunderschöner erfüllter Tag….

„andiamo“ sagte der Hw. Pfarrer und wir fuhren zu später Stunde zurück in unser Hotel.

Am nächsten Tag besuchten wir zuerst Gubbio. Eine Stadt in der Region Umbrien, Provinz Perugia. Das Stadtgebiet zählt ca. 17.000 Ew., liegt in 522m Höhe an den Hängen des Monte Ingino im Apennin.

Das heutige Zentrum ist mittelalterlich und von engen Straßen und gotischen Bauten geprägt. Herausragendes Bauwerk ist der Palazzo die Consoli den wir über sehr viele Stufen erreichten. In diesem werden die Iguvinischen Tafeln (in diesem Ort, der in vorrömischer Zeit Iguvium hieß prägte man Münzen und aus dem 3. Jh. vor Christi stammen die ältesten der sieben Bronzetafeln), deren religiöse Vorschriften zu den wichtigsten Zeugnissen der umbrischen Sprache gehören. Dieser Prioren Palast an der Piazza Grande ist in extremer Hanglage errichtet worden. Er ist buchstäblich „in die Luft hinein“ gebaut worden - einer der bedeutendsten und kühnsten Kommunalpaläste des italienischen Mittelalters. Wir wandern weiter zum Palazzo Pretorio, hier ist heute das Rathaus untergebracht. Es sind sehr reizvolle Häuser in den sehr engen Gassen, ein eigenartiges Flair ist hier spürbar. Wir kommen zum gotischen Dom. Die Fassade blickt auf einen winzigen Platz, den man durch enge, malerische Gassen erreicht. Der Platz wie auch der Weg dorthin sind stark geneigt. Zur Stabilisierung des Domes wurden Schwibbögen eingebaut. Wir gehen wieder langsam zu unserem Ausgangspunkt und betrachten dabei die Vielfalt der Häuser, die mir malerisch im Gedächtnis bleiben.

In Perugia angekommen, erwartet uns schon eine Frau, die uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigt. Perugia liegt in der Region Umbrien und ist Provinzhauptstadt, hat ca. 170.000 Ew. Es ist sehr heiß.  Wir fahren mit der Bahn hinauf in die Stadt, denn die Etrusker erbauten sie im 6.Jh. vor Christi auf einem markanten Hügel (493m). Hier in dieser Stadt wurde Franziskus nach einer Schlacht zwischen Assisi und Perugia 1202 in Perugia über ein Jahr festgehalten. Er litt an einer schweren Krankheit, die ihn zur Bekehrung führte. 1203 wurde er freigelassen. Wir kamen in das unterirdische Stadtviertel mit seinen Straßen und Häusern. Für mich waren es kuriose und faszinierende Sehenswürdigkeiten. Zurück in die wunderschöne Altstadt, verkehrsberuhigt macht sie auf mich mit ihren engen Gassen, zahlreichen Museen und Kulturdenkmälern einen sehr erhabenen Eindruck. Im Dom von Perugia dem hl. Laurentius geweiht wurden einige Päpste beigesetzt. Die Ausstattung in Spätrenaissance und Frühbarock, Bildfenster und bemerkenswerte Gemälde ergeben für mich eine wunderschöne Harmonie. Von ganz besonderer religiöser Bedeutung war für mich die Madonna delle Grazie sowie der Heilige Ring, der angebliche Verlobungsring Marias in der Josefs Kapelle. Noch heute wird der Ring von den Gläubigen verehrt. In der Kirche San Pietro befindet sich über den Arkaden eine Bildgalerie mit Ölgemälden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Durch die Kombination verschiedener Kunstformen ergab sich für mich ein sehr malerisches Bild, das mich gedanklich an die Vielfalt des Lebens erinnerte. Die Rundkirche ist dem Erzengel Michael geweiht. Die Kirche erinnert mich an die antiken Rundtempel. Im Innenraum, der nur durch Fenster des Tambourgeschosses belichtet wird, entsteht für mich der Eindruck einer unendlichen Weite und Leere. Doch die Apsis mit ihrem kleinen Fenster gibt Zuversicht.

In Perugia werden auch die weltberühmten Küsse von Perugia hergestellt - Pralinen mit einer Füllung aus Nougat und Haselnüssen. Einige aus unserer Friedengemeinschaft konnten der Versuchung nicht widerstehen. Wir gingen vorbei am Palazzo die Priori mit seiner bemerkenswerten Außentreppe. Die Fontana Maggiore, gilt den Peruginern als der schönste Brunnen der Welt. Wir gehen am Bogenbauwerk Arco Etrusker aus dem 3. Jh. V. Chr. und dem mittelalterlichen Aquädukt vorbei. 

Dann flanierten wir in der Corso Vannucci mit seinen Geschäften und Cafés im Zentrum der Altstadt, wo wir uns auch leiblich stärkten. Es war schon spät geworden und der HW. Pfarrer sagte:“andiamo“ und so fuhren wir mit der Minimetro Perugia mit ihren sieben Stationen, von einer Österr. Firma im Jahr 2008 erbaut, direkt zu unserem Bus. Von dort fuhren wir wieder zu unserem Hotel in Neu-Assisi.

 

Am nächsten Tag besuchten wir zuerst Bolsena in der Region Latium, Provinz Viterbo. Eine kleine Stadt mit ca. 4.000 Ew.,  am nordöstlichen Ufer des Bolsena-Sees.

Gleich zu Beginn gingen wir in die Chiesa di San Salvatore die gegenüber vom Kastell liegt. Leider ist die Innenausstattung aus dem 15. Jh. einem Brand zum Opfer gefallen. Trotzdem war es für mich eine beschauliche Begegnung. Hier führte uns wieder unser HW. Pfarrer. Unterhalb des Kastells erstreckt sich die Altstadt. Wir gehen durch das Stadttor. Durch die Unterstadt kommen wir zur der Basilika Santa Cristina, ein romanisch dreischiffiger Bau, darf nur durch den Nebeneingang zur Linken betreten werden. In diesem Gotteshaus trug sich 1263 das Blutwunder zu. Ein böhmischer Priester, der am Wunder der Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi zweifelte, las hier auf der Pilgerfahrt nach Rom die Hl. Messe. Als er die Hostie hochhob, tropften - durch ein Wunder Blutstropfen auf das Altartuch nieder, was die Zweifel des Priesters verschwinden ließ. Dieses Wunder machte auf mich einen sehr starken gedanklichen Eindruck.  Das Messgewand, das Kelchtuch und die Hostie wurden als Reliquie in die Kathedrale von Orvieto gebracht, wo die Päpste residierten. Papst Urban IV. stiftete daraufhin das Fronleichnamsfest. Wir gehen wieder durch enge Gassen und kommen an verschieden Plätzen vorbei, auf einem dieser Plätze machten wir Mittagspause. 

Der Besitzer war bei unserem Kommen sehr aufgeregt und redete sehr aufgeregt. Ein kleiner Familienbetrieb. Es war für uns sehr belustigend. Letztlich bekamen wir alle etwas zu essen. Es war wieder an der Zeit an die Weiterfahrt zu denken.“Andiamo“ hieß es und wir fuhren weiter nach Orvieto, eine Stadt mit ca. 21.000 Ew. in der Region Umbrien, Provinz Terni. Die gesamte Altstadt ist auf einem Felsplateau aus Tuffgestein errichtet. Orvieto war zeitweise Residenz der Päpste des Mittelalters. Unser Weg führt uns hinauf zur Hauptsehenswürdigkeit den Dom von Orvieto. Anlass zum Bau war das Blutwunder von Bolsena. Ein Meisterwerk der gotischen Architektur. HW. Pfarrer erklärte uns sehr akribisch Teile der Fassade. Die einzelnen Dekorationen der Fassade sind sehr zartgliedrig. Der Eindruck ist gewaltig und wird noch verstärkt durch den kleinen Platz im Verhältnis zum Dom. Zu sehen sind eine Fensterrose über der die zwölf Apostel stehen, Fassadenreliefs in der Sockelzone zeigen die Entstehungsgeschichte der Menschheit, das Geheimnis der Erlösung. Die vier Pfeiler zeigen die Geschichte der Genesis, Wurzel Jesse, Teile aus dem NT, das letzte Gericht. Die Darstellungen haben einen sehr lyrischen und weichen Charakter; einfach wundervoll zum Anschauen und Nachdenken. Wir betreten den großen Innenraum. Man fühlt sich wie verloren. Er ist mit reichhaltigen Fresken ausgestattet.  Vor allem der Freskenzyklus-Geschichte des Antichristen-Das Ende der Welt.

Man fühlt sich verloren und schreitet langsam zur Apsis. Fresken aus dem Leben Marias und eine Pieta aus einem einzigen Block gemeißelt kommen in meine Augen. Wärme und Wohlbefinden fühle ich. Von ergreifender Einmaligkeit und Schönheit ist der große, kontrastreiche Freskenzyklus von Luca Signorellis-die Grablegung Christi-die Auserwählten -die Auferstehung. Diese Fresken haben mich sehr berührt. 

Nachdem es in diesen Kirchen keine Empore gibt, ist hier die Orgel 1588 in einem Seitenschiff. Sie steht auf der Sängerempore. Das aktuelle Instrument wurde 1974 erbaut und hat 72 Register auf drei Manualen und Pedal. Danach schlenderten wir durch einige enge Gassen. Hier wurde zum Beispiel bei einem Stand Nudeln in verschiedenen Formen live hergestellt. Der Spruch des Abends erschallte wieder:“andiamo“ und wir fuhren wieder zurück in unser Hotel.

 

Am nächsten Tag fahren wir nach Siena. Dort empfängt uns die Stadtführerin. Siena in der Region Toskana, Provinz Siena hat ca. 54.000 Ew. Zum kurzen Innehalten besuchten wird die Basilica dell´Osservanza. Ein kurzes Gebet und wir kamen in die historische Altstadt. Sie gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe. Sie gliedert sich in 17 Contraden wir sehen die Wappen jeweils zu Beginn einer weiteren Contrade. Sie geben Grund zu Aktivitäten: Renovierung eines Stadtteiles Arbeitslose bekommen vorübergehend Aufgaben, nachdem in den Contraden ein jeder jeden kennt, haben sie die geringste Kriminalrate. Wir gingen an der ältesten noch existierenden Bank der Welt ohne einzukehren vorbei, kamen dann zum Dom von Siena, ein Meisterwerk der italienisch-romanisch-gotischen Architektur. Die Baugeschichte ist lang und sehr verwickelt. Wir stehen vor der Fassade ein Meisterwerk italienischer Baukunst. Die großen drei Portale, die Geschichte des hl. Joachim und der hl. Anna wird dargestellt. Im oberen Abschnitt ist eine große Fensterrose, mit Maria und den vier Evangelisten, Patriarchen und Propheten. Die drei Spitzen der Fassade zieren Mosaike und in der Mitte thront ein Engel. Einfach großartig anzuschauen. Ich gehe mit freudiger Erwartung in den Innenraum der Kathedrale. Gleich zu Beginn, der marmorne Fußboden eines der echtesten Meisterwerke der Basilca. Er wird geschmückt von Graffiti und eingelegten biblischen Darstellungen. Über 40 Künstler haben hier Hand angelegt. Das dreischiffige Innere ist in Form eines lateinischen Kreuzes und von schlichter eindrucksvoller Größe, gesteigert durch das Licht und Schattenspiel. In den Seiten und Querschiffen befinden sich prächtige Kapellen vor allem die Muttergottes Kapelle die mich einladet zu einem stillen Gebet. In dem erhöhten Presbyterium prangt über dem Hauptaltar ein großes Bronzeziborium. Die Kuppel beherbergt Bilder von Propheten und Patriarchen. Weitere biblische Szenen sind zu sehen. Ein wunderschönes Chorgestühl ein Werk von vorzüglichem Geschmack und reicher Zierart. Hier könnte man tagelang verweilen und hat noch immer nicht alles gesehen. Aber wir müssen weiter in lieblichen engen Gassen zur Piazza del Campo, einem schalenförmigen Stadtplatz vor dem Palazzo Pubblico (Rathaus). Er hat eine rote Backstein-Pflasterung, die von hellen Streifen aus Travertin segmentiert wird. Hier findet zweimal im Jahr, am 2. Juli und 16. August ein traditionelles mittelalterliches Pferderennen statt. Siebzehn Contrade wetteifern um die Trophäe: eine gemalte Fahne oder Palio, die ein Bild der Gesegneten Jungfrau Maria trägt. Hier war die Stadtführung zu Ende und wir machten Mittagspause. Danach ging es weiter mit dem Wort „andiamo“ nach Pienza - eine kleine Stadt in der Region Toskana, Provinz Siena, mit ca. 2.200 Ew. Das historische Zentrum wurde 2004 zum Weltkulturerbe. Wir besuchten dort den Dom von Pienza – Santa Maria Assunta -eine dreischiffige Hallenkirche. Im Inneren ist eine Gemäldesammlung mit dem Kreuz Christi aus dem 7. Jh. Zu finden. Besonders angesprochen hat mir eine Madonnendarstellung. Einen kleinen Sparziergang durch den historischen Teil und weiter ging es „andiamo“. Am Nachhauseweg fuhren wir auf einer Seitenstraße durch die wunderschöne Toskana. Landschaft. Hier kommen aus aller Welt Kamerateams aus aller Welt, um diese herrliche Landschaft zu filmen. Ein geruhsamer Ausklang des Tages. 

Am nächsten Tag, der Tag unserer Heimreise fuhren wir nach La Verna, Region Toskana,

Provinz Arezzo. Das ist ein Ort auf dem Mount Penna (1.283m). 1213 schenkte Graf Orlando Catani, den Monte Alverna Franz von Assisi. Ein Jahr später kam Franziskus das erste Mal an diesen Ort. Wir besuchen die Basilica Chiesa Maggiore. Viele Gläubige waren in der Kirche sangen und beteten. Wir feierten in der Kapelle Santa Maria degli Angeli die Hl. Messe mit unserem HW. Pfarrer. Es breitete sich eine eigenartige Stimmung aus. Man hörte den Gesang und das Beten von der Basilika. Wir Versammelten erlebten hier, wohl eine zutiefst berührende, geistige und seelische Stunde unserer Friedensreise. 

Wir gingen dann den 78 m langen Gang der Wundmale von Franziskus. Wir stiegen hinab zum sogenannten Bett des hl. Franziskus, eine feuchte und kalte Grotte. 1222 zog er sich in die Einsamkeit zurück. Er empfing 1224, am Michaelistag, die Wundmale Jesu Christi. Es war für mich beklemmend hier in dieser wirklich engen und dunklen Grotte, wo Franziskus gelebt hat.

Anschließend nahmen wir in La Verna das Mittagessen ein und traten die Heimreise an. 

 

An dieser Stelle möchte ich unserem Herrn Chauffeur, Herrn Karl Hütter, recht herzlich Danke sagen. Er hat uns mit seinem 4-Sterne-Vip-Class-Bus, zügig und sicher zu allen Zielen und nach Hause gebracht. 

Ein herzliches Vergelt‘s Gott unserem HW. Pfarrer Mag. Thomas Babski, der uns bleibende wunderbare Eindrücke über Franz von Assisi und allen Orten, die wir besuchten vermittelte.

 

Höchster allmächtiger und guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehr. Lobet und preiset den Herrn in Dankbarkeit, und dienet ihm mit großer Demut…

Franz Lipscha